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Jeiel

Jeiel SONY DSCaus DĂŒsseldorf machen melodischen Indierock, der einen mit auf eine phantastische Reise nimmt. Starke Gesang, geistreiche Texte. Bald erscheint Jeiels DebĂŒt-Album.

Da standen sie zusammen in ihrem ersten Proberaum und es war gar kein Platz. Ein alter Tank fĂŒllte stattdessen den Raum. Also packten die jungen Musiker an: Sie sĂ€gten den Tank mit einer Flex auseinander und brachten ihn auf den Schrottplatz. Anschließend legten sie einen zweiten Boden in den Raum und isolierten die WĂ€nde mit Eierschachteln. Endlich konnte es losgehen. Doch die Isolierung war nicht gut genug. Die GĂ€ste aus dem darĂŒber liegenden Chinarestaurant beschwerten sich in einer Tour. Aus dem ersten Bandraum wurde es langfristig nichts, aber aus der Band Jeiel dafĂŒr umso mehr.

Jeiel – das sind Philipp als SĂ€nger und Gitarrist, Dominik an der Gitarre und als HintergrundsĂ€nger, Micha am Schlagzeug und Victor am Bass – alle um die Mitte 20. Drei der vier kommen aus DĂŒsseldorf und lernten sich schon als Kinder im Jesus Haus kennen – Victor, der aus aus Brasilien kommt, ist seit fĂŒnf Jahren in DĂŒsseldorf und das neueste Bandmitglied.

Jeiel machen klassischen, melodischen Indierock. Sie haben etwas von Red Hot Chilli Peppers und einen Hauch Tocotronic. Die ausgereifte, krĂ€ftige Stimme von Philipp Dahlmann passt zu den sanften E-Gitarren und dem bemerkenswert einfĂŒhlsamen Schlagzeug. FĂŒr ihre relativ junge Bandkarriere, und dafĂŒr, dass alle Bandmitglieder nebenbei arbeiten oder studieren, haben sie einen sehr eingĂ€ngigen, und einzigartigen Stil gefunden, der einen insbesondere mit seiner ausgeklĂŒgelten Dramaturgie ergreift.

Der Musik hört man es an – Jeiel genießen ihr Bandleben in vollen ZĂŒgen. „Die Zeit unter Jungs ist großartig, weil wir alle supergute Freunde sind“, sagt Philipp, „es ist immer schön, gemeinsam unterwegs zu sein.“

In ihren Songs geht es meistens um Glauben, etwa im Lied Better Place, das sich in abstrakten Zeilen um Scheitern und um Flucht dreht. Dort singen sie: „So what do you believe in? In hope in love in faith? Or do you think your life is meaningless?“

Stolz ist der SĂ€nger Philipp auch auf ein ganz neues Lied: Learn to love again. Die Jungs sind gerade dabei, es aufzunehmen. „Die Idee fĂŒr das Lied entstand, als wir mit Kumpels Fußball spielen waren“, erzĂ€hlt Philipp. „Da war auch einer dabei, der auch in unsere Gemeinde geht. Wir alle waren etwas schĂŒchtern, was das angeht. Besonders ich. Manchmal weiß man nicht, was andere ĂŒber unseren Glauben denken. Ich halte mich da immer zurĂŒck.“ Es waren auch Moslems da. „Dieser Junge hat normal von seinem Glauben erzĂ€hlt.“ Das hat Philipp schwer beeindruckt. Also schrieb er dieses Lied.

So lĂ€uft es meistens bei Jeiel. Eine konkrete Situation gibt Anlass fĂŒr einen Song. Der entsteht dann in zehn Minuten. „Die meisten Lieder, die was werden, sind Lieder, die man schreibt, weil man sich so fĂŒhlt, und das geht dann aber schnell“, sagt Philipp. „Meistens fĂŒhlt man sich besonders schlecht, manchmal auch besonders toll.“ Dann schnappt er sich die Gitarre und ob er will oder nicht, entsteht ein neuer Song. Das geht nur in speziellen Momenten. „Wenn ich es darauf anlege, wird das nichts“, sagt er.

Jeiels bisher aufregendstes Konzert war auf dem Burgplatz in DĂŒsseldorf beim Weltjugendtag 2005. Um die Tausend Leute waren da. „Es war eine Zeit, in der wir sehr gut eingespielt waren, da wir davor extra noch eine Kneipentour gemacht haben“, erinnert sich Philipp. Dementsprechend haben sie sich auf der BĂŒhne gut verstanden. Das Publikum war hin und weg.

Zu Beginn hießen Jeiel Luke. Drei Monate nach der BandgrĂŒndung mussten sie diesen Namen allerdings aufgeben und sich einen Neuen ĂŒberlegen. Denn als sie mit einer brandneuen Homepage online gingen, drohte eine andere Band, die auch Luke hieß, mit dem Anwalt.

Also ĂŒberlegten die fĂŒnf Musiker weiter und kamen auf den Namen Jeiel. Der Name Jeiel stammt aus der Bibel. Jeiel war einer der Lobpreisenden, die im Tempel Davids Musik gemacht haben. „Das hat zu uns einfach gut gepasst“, sagt Philipp. Eigentlich besser als Luke.

Und dann gab es noch einen zweiten Tiefpunkt. Letztes Jahr mussten zwei Bandmitglieder aus verschiedenen GrĂŒnden aussteigen. „Da wusste keiner, wie es weitergeht“, sagt Philip. Sie mussten auch ihre Website abschalten, da sich nur einer, der ging, damit auskannte. Dann kam Viktor und es war klar: das Bandprojekt lĂ€uft doch weiter.

Jeiel proben mindestens einmal die Woche, momentan öfters, denn sie sind in einer kreativen Phase: sie nehmen ihr DebĂŒt-Album auf. „Die Schlagzeugspuren sind fast fertig“, sagt Philipp. Es werden etwa zwölf Songs, einen Namen fĂŒr das Album gibt es allerdings noch nicht. Es erscheint wahrscheinlich im Mai 2014. So genau wissen das Jeiel aber noch nicht, denn „Unser Bassist hat gerade geheiratet und viel um die Ohren“, sagt Philipp.

 

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